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Die seligen Jakob Sales und Wilhelm Saultemouche
(+ 7. Februar 1593)
Zu den Märtyrern von Gorkum, die dem Weltpriesterstand oder verschiedenen Orden (Franziskaner, Dominikaner, Prämonstratenser, Augustiner-Chorherren) angehörten, kommen
als gleichwertige „Märtyrer der Heiligen Eucharistie", wie sie ausdrücklich und offiziell genannt wurden, die beiden „Märtyrer von Aubenas" in Frankreich. Es handelt sich bei ihnen um zwei
Jesuiten, einen Priester und einen Laienbruder, die ebenfalls von den Calvinern aus Hass gegen den Glauben an die Realpräsenz Christi in der Heiligen Eucharistie ermordet worden sind:
1. P. Jakob Sales wurde am 21. März 1556 in Lezoux (Diözese Clermont) geboren. Mit sieben
Jahren begann er, täglich beim heiligen Messopfer zu ministrieren. Dabei ist wohl seine ganz grosse Liebe zum eucharistischen Heiland und überdies der Priester- und Ordensberuf grundgelegt worden.
Nach den Studien im Jesuitenkolleg zu Billom (1568-72) und in Paris (1573) und dem Noviziat
in Verdun wurde Jakob Sales im Jahre 1585 zum Priester geweiht. Im Auftrag seiner Ordensobern musste er dann in den Jahren 1586-89 in Pont-á-Mousson Philosophie und in den
Jahren 1590-91 in Tournon Theologie dozieren. In Tournon zog er durch seinen klaren und unerschrockenen Vortrag, in welchem er sich für die damals von den Protestanten in Frage
gestellten Glaubenswahrheiten einsetzte, die Aufmerksamkeit und wohl auch schon den Hass mancher calvinisch gesinnter Hörer auf
sich. Neben seiner Professur wirkte er erfolgreich auch bei den Volksmissionen, die er an verschiedenen Orten zu halten hatte, so vor
allem in Ornex, wo seine Predigten tiefen und nachhaltigen Eindruck hinterliessen, zumal er sich darin für die häufige Besuchung des
Allerheiligsten, für die Oftkommunion und für die öffentliche, bekenntnisfrohe Begleitung des Allerheiligsten, wenn es der Priester
beim Versehgang zu den Kranken und Sterbenden trug, einsetzte. Überhaupt lag ihm die Verehrung der Heiligen Eucharistie ganz
besonders am Herzen. Darum heisst es im Dekret für seine Seligsprechung, er habe mit solcher Frömmigkeit, Liebe und Verehrung
den hochheiligen Leib Christi in der Eucharistie bedacht, dass er über nichts lieber und begeisterter predigte als über das heiligste Sakrament des Altares.
Im Herbst 1592 setzte sich Wilhelm Balazuc, der Gouverneur von Aubenas, beim Provinzial der Jesuiten dafür ein, dass in dieser
Stadt, die noch nicht in der Hand der calvinischen Hugenotten war, ein Jesuit die Adventpredigten halte und gleichzeitig auch für
öffentliche DiskussioÂnen mit den Calvinern zur Verfügung stehe. Es wurde dafür P. Jakob Sales bestimmt, der vom Laienbruder Wilhelm Saultemouche begleitet werden sollte.
2. Der Laienbruder Wilhelm Saultemouche wurde 1556 in Saint-Germain-l'Herm (Diözese Clermont) geboren. Er diente nach fromm
verÂlebter Kindheit und Jugend den Jesuiten zuerst als Laie in ihren Kollegien zu Billom und Clermont. Im Jahre 1579 trat er als
Laienbruder in den Jesuitenorden ein. Zuerst wurde er als Pförtner in den Jesuitenkollegien zu Lyon und Pont-à -Mousson eingesetzt,
1592 aber kam er nach Tournon. Er bewährte sich auf allen Posten als Mann des Gebetes und der Arbeit, vor allem aber strahlte er
eine grosse, intensive Liebe zu Christus im heiligsten Altarssakrament aus, vor dem er die allermeiste Freizeit, den Rosenkranz
betend, verbrachte. Die beiden Jesuiten, P. Jakob Sales und Bruder Wilhelm Saultemouche, begaben sich Ende November 1592 im
Auftrag ihrer Ordensobern nach Aubenas. Hier verlief im Advent 1592 die von P. Jakob Salüs gepredigte Volksmission so gut, dass
der Gouverneur ersuchte, die beiden Jesuiten sollten bis Ostern in Aubenas weiterwirken. Am Abend des 5. Februar 1593 brachen
aber die Hugenotten den zu Largentiüre geschlossenen Waffenstillstand, brachen in Aubenas ein und brachten die Stadt am Morgen
des 6. Februar 1593 in ihre Hand. P. Jakob Sales befürchtete nun für das Allerheiligste in der Stadtpfarrkirche zu Aubenas das
Schlimmste. Darum reichte er nach der heiligen Messe seinem Ministranten, dem Bruder Wilhelm Saultemouche, noch einen grossen
Teil der vorhandenen konsekrierten Hostien und nahm die übrigen persönlich zu sich. Hierauf warteten beide in einem der Kirche
benachbarten Haus im Gebet auf die kommenden Ereignisse. Sie wurden bald entdeckt, gefangengenommen und vor ein
improvisiertes Gericht geschleppt, das nur aus Anhängern des Calvinismus zusammengesetzt war, dessen Vorsitz aber ein gewisser
Pierre Labat innehatte, der wenige Tage vorher bei einer Diskussion über die Heilige Eucharistie mit P. Jakob Sales eine
beschämende Niederlage erlitten hatte. Er brachte nun den ganzen Tag lang und auch noch den nächsten Morgen seine Einwände
gegen Christi Realpräsenz in der Heiligen Eucharistie verbissen vor und suchte mit grösster Gehässigkeit nun seinerseits dem P. Jakob
Sales eine Niederlage zu bereiten. Das gelang ihm aber nicht im geringsten. Dadurch wuchs in Labat der Hass und Zorn gegen den
Jesuiten so sehr, dass er schliesslich nach der stundenlangen Diskussion den Befehl gab: „Ermordet ihn!"
Auf dem Stadtplatz von Aubenas wurde der Ordenspriester Jakob Sales von der calvinischen Soldateska umzingelt, zuerst noch zum
Glaubensabfall aufgefordert, und dann, als der Jesuit unerschrocken standhaft blieb, erschossen. Den Laienbruder Wilhelm
Sautemouche forderten die Calviner zuerst zum Verschwinden auf. Dieser aber erklärte, an der Seite seines priesterlichen
Vorgesetzten zu bleiben, weil er sich danach sehne, für die gleiche Glaubenswahrheit, für die P. Jakob Sales gefallen sei, ebenfalls
gerne sein Leben hinzuopfern. Daraufhin wurde auch er erschossen. Die Heilige Eucharistie hatte an diesem 7. Februar 1593 zwei
neue Blutzeugen erhalten, an denen das Wort Christi in Erfüllung ging: „Wer Mich vor den Menschen bekennt, den werde Ich vor
Meinem Vater bekennen, der im Himmel ist!" (Mt 10,32) Im Jahre 1926 hat Papst Pius XI. die beiden Jesuiten ausdrücklich als „Märtyrer der Eucharistie" seliggesprochen.
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