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Konzil von Trient

Dekret ├╝ber das Sakrament der Eucharistie

13. Sitzung 1551

Vorwort

Auch wenn sich das hochheilige und allgemeine Konzil von Trient ... nicht ohne die besondere F├╝hrung und Leitung des Heiligen Geistes zu dem Zweck versammelt hat, die wahre und alte Lehre ├╝ber den Glauben und die Sakramente darzulegen und f├╝r alle H├Ąresien und andere ├Ąu├čerst schwerwiegende Unannehmlichkeiten, von denen die Kirche Gottes heute elend geplagt und in viele verschiedene Teile zerspalten wird, ein Heilmittel beizubringen, so hat sie <doch> schon von Anfang an vor allem beabsichtigt, das Unkraut verabscheuungsw├╝rdiger Irrt├╝mer und Spaltungen mit Stumpf und Stiel auszurei├čen, die der feindliche Mensch in diesen unseren unheilvollen Zeiten in Glaubenslehre, Gebrauch und Verehrung der hochheiligen Eucharistie auss├Ąte [vgl. Mt 13,25], die unser Erl├Âser ansonsten in seiner Kirche als Zeichen ihrer Einheit und Liebe hinterlie├č, durch die alle Christen nach seinem Willen untereinander verbunden und verkn├╝pft sein sollen.

Deshalb untersagt dasselbe hochheilige Konzil,

jene gesunde und echte Lehre ├╝ber dieses ehrw├╝rdige und g├Âttliche Sakrament der Eucharistie ├╝berliefernd, die die katholische Kirche - von unserem Herrn Jesus Christus selbst und seinen Aposteln unterrichtet sowie vom Heiligen Geist, der ihr alle Wahrheit t├Ąglich eingibt [vgl. Joh 14,26], belehrt - immer festgehalten hat und bis zum Ende der Zeit bewahren wird,

allen Christgl├Ąubigen, es k├╝nftig zu wagen, ├╝ber die heiligste Eucharistie anders zu glauben, zu lehren oder zu predigen, als wie es in diesem vorliegenden Dekret erkl├Ąrt und festgelegt ist.

Kap. 1. Die wirkliche Gegenwart unseresHerrn Jesus Christus im heiligsten Sakrament der Eucharistie

Zu Beginn lehrt das heilige Konzil und bekennt offen und ehrlich, dass im segensreichen Sakrament der heiligen Eucharistie nach der Konsekration von Brot und Wein unser Herr Jesus Christus als wahrer Gott und Mensch wahrhaft, wirklich und substanzhaft [Kan. 1] unter der Gestalt jener sinnenf├Ąlligen Dinge enthalten ist. Es widerstreitet sich n├Ąmlich nicht, dass eben unser Erl├Âser entsprechend der nat├╝rlichen Daseinsweise immer zur Rechten des Vaters in den Himmeln sitzt, und dass er nichtsdestoweniger an vielen anderen Orten in seiner Substanz sakramental gegenw├Ąrtig bei uns ist, in einer Daseinsweise, die wir zwar kaum mit Worten ausdr├╝cken k├Ânnen, von der wir jedoch mit Hilfe der durch den Glauben erleuchteten ├ťberlegung erfassen k├Ânnen und unersch├╝tterlich glauben m├╝ssen, dass sie Gott m├Âglich ist [vgl. Mt 19,26; Lk 18,27].

So haben n├Ąmlich alle unsere Vorfahren, die in der wahren Kirche Christi lebten und die ├╝ber dieses heiligste Sakrament Er├Ârterungen anstellten, ganz offen bekannt, dass unser Erl├Âser dieses so wunderbare Sakrament beim letzten Abendmahl eingesetzt hat, als er nach der Segnung von Brot und Wein mit klaren und deutlichen Worten bezeugte, dass er ihnen seinen eigenen Leib und sein Blut hingebe; da diese Worte, die von den heiligen Evangelisten berichtet [vgl. Mt 26,26-29; Mk 14,22-25; Lk 22,19f] und sp├Ąter vom g├Âttlichen Paulus wiederholt wurden [vgl. 1 Kor 11,24f], jene eigent├╝mliche und ganz offensichtliche Bedeutung an den Tag legen, in der sie von den V├Ątern verstanden wurden, ist es f├╝rwahr eine h├Âchst abscheuliche Niedertr├Ąchtigkeit, wenn sie von bestimmten streits├╝chtigen und verdorbenen Menschen gegen die allgemeine Auffassung der Kirche zu erdichteten und bildhaften Redeweisen verdreht werden, in denen die Wahrheit des Fleisches und des Blutes Christi geleugnet wird; als ÔÇ×S├Ąule und St├╝tze der Wahrheit" [1 Tim 3,15] hat sie <= die Kirche> diese von gottlosen Menschen ausgedachten Erdichtungen als satanisch verabscheut und immer mit dankbarem und gedenkendem Herzen diese ganz vorz├╝gliche Wohltat Christi anerkannt.

Kap. 2. Die Weise der Einsetzung dieses heiligsten Sakramentes

Als unser Erl├Âser im Begriff war, aus dieser Welt zum Vater wegzugehen, hat er also dieses Sakrament eingesetzt, in dem er gleichsam den Reichtum seiner g├Âttlichen Liebe gegen├╝ber den Menschen ausgoss, ÔÇ×eine Erinnerung an seine Wunder schaffend" [Ps 111,4]; und er gebot, wir sollten in seinem Genuss sein Ged├Ąchtnis begehen [vgl. Lk 22,19; 1 Kor 11,24] und seinen Tod verk├╝nden, bis er selbst kommt, um die Welt zu richten [vgl. 1 Kor 11,26].

Er wollte aber, dass dieses Sakrament genossen werde als geistliche Speise der Seelen [vgl. Mt 26,26], mit der die Lebenden durch das Leben desjenigen gen├Ąhrt und gest├Ąrkt werden sollen [Kan. 5], der gesagt hat: ÔÇ×Wer mich isst, wird auch selbst leben durch mich" [Joh 6,57], und als Gegenmittel, durch das wir von der t├Ąglichen Schuld befreit und vor Tods├╝nden bewahrt werden sollen.

Au├čerdem wollte er, dass es ein Unterpfand unserer k├╝nftigen Herrlichkeit und immerw├Ąhrenden Seligkeit sei und insofern ein Zeichen jenes einen Leibes, dessen Haupt er selbst ist [vgl. 1 Kor 11,3; Eph 5,23] und dem wir nach seinem Willen als Glieder durch das engste Band des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe verbunden sein sollen, auf dass wir alle dasselbe sagen und unter uns keine Spaltungen seien [vgl. 1 Kor 1,10].

Kap. 3. Die Erhabenheit der heiligsten Eucharistie ├╝ber die anderen Sakramente

Zwar ist es der heiligsten Eucharistie mit den ├╝brigen Sakramenten gemeinsam, dass sie ÔÇ×ein Zeichen f├╝r eine heilige Sache und die sichtbare Gestalt der unsichtbaren Gnade ist"1; aber in ihr findet sich jenes Erhabene und Einzigartige, dass die ├╝brigen Sakramente erst dann die Kraft zu heiligen haben, wenn sie einer gebraucht; in der Eucharistie aber ist der Urheber der Heiligkeit selbst vor dem Gebrauch [Kan. 4].

Die Apostel hatten n├Ąmlich die Eucharistie noch nicht aus der Hand des Herrn empfangen [vgl. Mt 26,26; Mk 14,22], als er selbst dennoch wahrhaft versicherte, es sei sein Leib, den er darbot; und stets war dieser Glaube in der Kirche Gottes, dass sogleich nach der Konsekration der wahre Leib unseres Herrn und sein wahres Blut unter der Gestalt des Brotes und des Weines zusammen mit seiner Seele und Gottheit da sei: und zwar der Leib unter der Gestalt des Brotes und das Blut unter der Gestalt des Weines kraft der Worte, derselbe Leib aber unter der Gestalt des Weines und das Blut unter der Gestalt des Brotes und die Seele unter beiden kraft jener nat├╝rlichen Verkn├╝pfung und Begleitung, durch die die Teile Christi, des Herrn, der schon von den Toten auferstanden ist und nicht mehr sterben wird [vgl. R├Âm 6,9], untereinander verbunden sind, die Gottheit jedoch wegen jener wunderbaren hypostatischen Einung mit seinem Leib und seiner Seele [Kan. 1 und 3].

Deswegen ist es ganz wahr, dass ebensoviel unter einer der beiden Gestalten wie unter beiden enthalten ist. Ganz und unversehrt ist n├Ąmlich Christus unter der Gestalt des Brotes und unter jedwedem Teil ebendieser Gestalt, ganz ebenso unter der Gestalt des Weines und unter seinen Teilen [Kan. 3].

Kap. 4. Die Wesensverwandlung

Weil aber Christus, unser Erl├Âser, sagte, das, was er unter der Gestalt des Brotes darbrachte [vgl. Mt 26,26-29; Mk 14,22-25; Lk 22 ,19f; 1 Kor 11,24-26], sei wahrhaft sein Leib, deshalb hat in der Kirche Gottes stets die ├ťberzeugung geherrscht, und dieses heilige Konzil erkl├Ąrt es jetzt von neuem: durch die Konsekration des Brotes und Weines geschieht eine Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in die Substanz des Leibes Christi, unseres Herrn, und der ganzen Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes. Diese Wandlung wurde von der heiligen katholischen Kirche treffend und im eigentlichen Sinne Wesensverwandlung genannt Kan. 2].

Kap. 5. Der Kult und die Verehrung, die diesem heiligsten Sakrament zu erweisen sind

Es bleibt daher kein Platz mehr f├╝r einen Zweifel, ob alle Christgl├Ąubigen diesem heiligsten Sakrament bei der Verehrung gem├Ą├č dem in der katholischen Kirche stets gepflegten Brauche den Kult der Gottesverehrung, der dem wahren Gott geschuldet wird, erweisen sollen [Kan. 6]. Es ist n├Ąmlich deswegen nicht weniger anzubeten, weil es von Christus, dem Herrn, eingesetzt wurde, um genossen zu werden [vgl. Mt 26,26-29]. Denn wir glauben, dass eben jener Gott in ihm gegenw├Ąrtig ist, von dem der ewige Vater, als er ihn in den Erdkreis einf├╝hrt, sagt: ÔÇ×Und anbeten sollen ihn alle Engel Gottes" Hebr 1,6; aus Ps 97,7], den die Weisen niederfallend anbeteten [vgl. Mt 2,11], von dem schlie├člich die Schrift bezeugt, dass er in Galil├Ąa von den Aposteln angebetet wurde [vgl. Mt 28,17; Lk 24,52].

Das heilige Konzil erkl├Ąrt au├čerdem, dass in sehr frommer und religi├Âser Gesinnung der Brauch in der Kirche Gottes eingef├╝hrt wurde, dass dieses erhabene und ehrw├╝rdige Sakrament in jedem Jahr an einem eigenen Festtag mit besonderer Verehrung und Festlichkeit gefeiert wird, und dass es in Prozessionen ehrf├╝rchtig und ehrenvoll durch ├Âffentliche Stra├čen und Pl├Ątze herumgetragen wird.

Es ist n├Ąmlich h├Âchst richtig, dass einige heilige Tage festgelegt sind, an denen alle Christen durch eine besondere und gewisserma├čen seltene Kundgebung ihre dankbare und erkenntliche Gesinnung gegen├╝ber dem gemeinsamen Herrn und Erl├Âser bezeugen angesichts der so unaussprechlichen und eindeutig g├Âttlichen Wohltat, durch die der Sieg und Triumph seines Todes dargestellt wird. Und zwar sollte die siegreiche Wahrheit einen solchen Triumph ├╝ber L├╝ge und H├Ąresie feiern, dass ihre Gegner, in den Anblick eines so gro├čen Glanzes und in eine so gro├če Freude der gesamten Kirche versetzt, entweder entkr├Ąftet und gebrochen dahinschwinden oder von Scham erf├╝llt und verwirrt irgendwann einmal wieder zur Einsicht kommen.

Kap. 6. Die Aufbewahrung des Sakramentes der heiligen Eucharistie und seine ├ťberbringung zu den Kranken

Die Gepflogenheit, die heilige Eucharistie an heiligem Ort aufzubewahren, ist so alt, dass sie sogar schon die Zeit des Konzils von Nikaia kannte. Ferner: diese heilige Eucharistie zu den Kranken zu bringen und zu diesem Zweck sorgf├Ąltig in den Kirchen aufzubewahren, findet sich abgesehen davon, dass es mit h├Âchster Billigkeit und Vern├╝nftigkeit verbunden ist - auch auf vielen Konzilien als Gebot und wurde nach ├Ąltestem Brauch der katholischen Kirche beachtet. Deshalb legte dieses heilige Konzil fest, dass dieser durchaus heilsame und notwendige Brauch beizubehalten ist [Kan. 7].

Kap. 7. Die Vorbereitung, die anzuwenden ist, damit einer die heilige Eucharistie w├╝rdig empfange

Wenn es sich nicht ziemt, dass einer zu irgendwelchen heiligen Verrichtungen anders hinzutrete als heilig, so muss sich sicherlich, je mehr die Heiligkeit und G├Âttlichkeit dieses himmlischen Sakramentes einem christlichen Manne bekannt ist, jener umso gewissenhafter davor h├╝ten, ohne gro├če Ehrfurcht und Heiligkeit [Kan. 11] zu seinem Empfang hinzutreten, zumal da wir bei dem Apostel jene schreckensvollen Worte lesen: ÔÇ×Wer unw├╝rdig isst und trinkt, isst und trinkt sich das Gericht, wenn er nicht den Leib des Herrn unterscheidet" [1 Kor 11,29]. Deshalb muss sich derjenige, der kommunizieren will, sein Gebot ins Ged├Ąchtnis zur├╝ckrufen: ÔÇ×Es pr├╝fe aber der Mensch sich selbst" [1 Kor 11,28].

Die kirchliche Gepflogenheit aber erkl├Ąrt, dass diese Pr├╝fung notwendig ist, so dass keiner, der sich einer Tods├╝nde bewusst ist, so sehr er sich auch reuevoll erscheinen mag, ohne vorausgeschickte sakramentale Beichte zur heiligen Eucharistie hinzutreten darf.

Dieses heilige Konzil beschloss, dass dies von allen Christen, auch von denjenigen Priestern, denen es von Amts wegen obliegt, zu zelebrieren, immerfort beachtet werden muss, sofern ihnen nicht die Gelegenheit fehlt, einen Beichtvater <zu erreichen>. Wenn ein Priester aber aufgrund dringender Notwendigkeit ohne vorangehende Beichte zelebriert, soll er m├Âglichst bald [vgl. DH 2058] beichten.

Kap. 8. Der Gebrauch dieses wunderbaren Sakramentes

In Bezug auf den Gebrauch aber haben unsere V├Ąter richtig und klug drei Weisen, dieses heilige Sakrament zu empfangen, unterschieden. Sie lehrten n├Ąmlich, dass manche es lediglich sakramental genie├čen als S├╝nder; andere nur geistlich, n├Ąmlich jene, die , jenes vor Augen gestellte himmlische Brot dem Verlangen nach essend, mit lebendigem Glauben, ÔÇ×der durch die Liebe wirkt" [Gal 5,6], seine Frucht und seinen Nutzen versp├╝ren; die dritten aber zugleich sakramental und geistlich [Kan. 8]; es sind aber diejenigen, die sich zuvor so pr├╝fen und herrichten, dass sie, mit dem Hochzeitsgewande angetan, zu diesem g├Âttlichen Tische hinzutreten [vgl. Mt 22,11f].

Beim sakramentalen Empfang aber war es in der Kirche Gottes immer Brauch, dass die Laien die Kommunion von den Priestern empfangen, die zelebrierenden Priester aber sich selbst die Kommunion reichen [Kan. 10]; diese Sitte muss als aus apostolischer ├ťberlieferung herr├╝hrend mit Fug und Recht beibehalten werden.

Schlie├člich aber ermahnt, ermuntert, bittet und beschw├Ârt das heilige Konzil mit v├Ąterlicher Zuneigung ÔÇ×beim Innigsten der Barmherzigkeit unseres Gottes" [Lk 1,78], dass alle und jeder einzelne, die zum christlichen Namen gerechnet werden, in diesem ÔÇ×Zeichen der Einheit", in diesem ÔÇ×Band der Liebe"1, in diesem Symbol der Eintracht nun endlich einmal zusammenfinden und ├╝bereinstimmen und eingedenk der so gro├čen Erhabenheit und so au├čerordentlichen Liebe unseres Herrn Jesus Christus, der seine geliebte Seele zum L├Âsegeld unseres Heiles und sein Fleisch uns zu essen gab [vgl. Joh 6,48-58], diese heiligen Geheimnisse seines Leibes und Blutes mit solcher Best├Ąndigkeit und Festigkeit des Glaubens, solcher Ergebenheit des Herzens, solcher Fr├Âmmigkeit und Beflissenheit glauben und verehren, dass sie jenes ├╝berwesenhafte Brot [vgl.Mt 6,11] h├Ąufig empfangen k├Ânnen und ihnen jener wahrhaft Leben der Seele und immerw├Ąhrende Gesundheit des Geistes ist, durch dessen Kraft gest├Ąrkt [vgl. 1 K├Ân 19,8] sie von der Reise dieser elenden Pilgerschaft zur himmlischen Heimat gelangen k├Ânnen, um dasselbe ÔÇ×Brot der Engel" [Ps 78,25], das sie nun unter heiligen Schleiern verzehren, ohne jeden Schleier zu essen.

Weil es aber nicht gen├╝gt, die Wahrheit zu sagen, ohne dass die Irrt├╝mer aufgedeckt und zur├╝ckgewiesen werden, beschloss das heilige Konzil, folgende Kanones anzuf├╝gen, damit alle, nachdem sie schon die katholische Lehre kennen gelernt haben, auch innewerden, vor welchen H├Ąresien sie sich vorsehen und h├╝ten m├╝ssen.

Kan. 1. Wer leugnet, dass im Sakrament der heiligsten Eucharistie wahrhaft, wirklich und substanzhaft der Leib und das Blut zusammen mit der Seele und Gottheit unseres Herrn Jesus Christus und daher der ganze Christus enthalten ist, vielmehr sagt, er sei lediglich wie in einem Zeichen bzw. Abbild oder der Wirkkraft nach in ihm: der sei mit dem Anathema belegt [vgl. DH 1636 DH 1640].

Kan. 2. Wer sagt, im hochheiligen Sakrament der Eucharistie verbliebe zusammen mit dem Leib und Blut unseres Herrn Jesus Christus die Substanz des Brotes und des Weines, und jene wunderbare und einzigartige Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in den Leib und der ganzen Substanz des Weines in das Blut, wobei lediglich die Gestalten von Brot und Wein bleiben, leugnet - und zwar nennt die katholische Kirche diese Wandlung sehr treffend Wesensverwandlung -: der sei mit dem Anathema belegt [vgl. DH 1642].

Kan. 3. Wer leugnet, dass im ehrw├╝rdigen Sakrament der Eucharistie unter jeder der beiden Gestalten und - nach erfolgter Trennung - unter den einzelnen Teilen jeder Gestalt der ganze Christus enthalten ist: der sei mit dem Anathema belegt [vgl.DH 1641].

Kan. 4. Wer sagt, nach erfolgter Konsekration sei im wunderbaren Sakrament der Eucharistie nicht der Leib und das Blut unseres Herrn Jesus Christus, sondern nur beim Gebrauch, wenn er genossen wird, nicht aber davor oder danach, und in den Hostien bzw. den konsekrierten Teilchen, die nach der Kommunion aufbewahrt werden bzw. ├╝brig bleiben, verbleibe nicht der wahre Leib des Herrn: der sei mit dem Anathema belegt [vgl. DH 1639f].

Kan. 5. Wer sagt, die haupts├Ąchliche Frucht der heiligsten Eucharistie sei die Vergebung der S├╝nden, oder aus ihr gingen keine anderen Wirkungen hervor: der sei mit dem Anathema belegt [vgl. DH 1638].

Kan. 6. Wer sagt, im heiligen Sakrament der Eucharistie sei Christus, der einzig geborene Sohn Gottes, nicht auch mit dem ├Ąu├čeren Kult der Gottesverehrung anzubeten und daher weder durch eine besondere festliche Feier zu verehren noch gem├Ą├č der lobenswerten und allgemeinen Sitte und Gepflogenheit der heiligen Kirche in Prozessionen feierlich herumzutragen, oder nicht ├Âffentlich dem Volke vor Augen zu stellen, damit er angebetet werde, und seine Anbeter seien G├Âtzendiener: der sei mit dem Anathema belegt [vgl. DH 1643f].

Kan. 7. Wer sagt, es sei nicht erlaubt, die heilige Eucharistie an heiligem Ort aufzubewahren, sondern sie m├╝sse sogleich nach der Konsekration den Anwesenden ausgeteilt werden; oder es sei nicht erlaubt, dass sie ehrenvoll zu den Kranken gebracht werde: der sei mit dem Anathema belegt [vgl. DH 1645].

Kan. 8. Wer sagt, man esse den in der Eucharistie dargereichten Christus nur geistlich und nicht auch sakramental und wirklich: der sei mit dem Anathema belegt [vgl. DH 1648].

Kan. 9. Wer leugnet, dass alle und jeder einzelne Christgl├Ąubige beiderlei Geschlechts, sobald sie in die Jahre der Unterscheidung gekommen sind, gehalten sind, in jedem Jahr wenigstens an Ostern gem├Ą├č dem Gebot der heiligen Mutter Kirche zu kommunizieren: der sei mit dem Anathema belegt [vgl. DH 812].

Kan. 10. Wer sagt, es sei dem zelebrierenden Priester nicht erlaubt, sich selbst die Kommunion zu reichen: der sei mit dem Anathema belegt [vgl. DH 1648].

Kan. 11. Wer sagt, allein der Glaube sei eine hinreichende Vorbereitung f├╝r den Genuss des Sakramentes der heiligsten Eucharistie [vgl. DH 1646]: der sei mit dem Anathema belegt.

Und damit ein so gro├čes Sakrament nicht unw├╝rdig und daher zum Tod und zur Verurteilung genossen werde, bestimmt und erkl├Ąrt dieses heilige Konzil, dass diejenigen, die das Bewusstsein einer Tods├╝nde niederdr├╝ckt, so sehr sie sich auch f├╝r reuevoll halten, sofern ein Beichtvater verf├╝gbar ist, notwendig eine sakramentale Beichte vorausschicken m├╝ssen.

Wer sich aber untersteht, das Gegenteil zu lehren, zu predigen bzw. hartn├Ąckig zu behaupten oder auch in der ├Âffentlichen Diskussion zu verteidigen, soll eben dadurch exkommuniziert sein [vgl. DH 1647].

(Denzinger-Sch├Ânmetzer 1635-1661)